Denkmodelle

Diese „Denkmodelle“ sind, wie schon an anderer Stelle beschrieben, in den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit als Ingenieur entstanden. Es war auch die Zeit, in der man erste 3-dimensionale Gebilde auf dem Bildschirm darstellen konnte. Diese anfänglichen „Kantenmodelle“ wurden quasi mit Linien dargestellt.

Bei meinen Skulpturen stellte ich mir immer wieder diese Frage: „Was wird durch Modelle deutlicher und welche andere Wirklichkeiten gehen verloren.“ Sie sind nun einmal immer Vereinfachungen.

Für mich war das „Stoff“ zum Denken .
Mehr dazu auch im  Kapitel Arbeitsschwerpunkte auf der Seite  „über mich“.

Und in aller Bescheidenheit erwähne ich hier, dass sich Einstein auch schon mit ähnlichen Fragen beschäftigt hat. Er schrieb in seinem Text „Geometrie und Erfahrung“ : „..insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.“
(Zitiert aus „Einstein für die Westentasche“, Piper)

„Wir denken alle in Modellen“

Wir denken alle in Modellen
Stahl, Eiche
142 x 47 x 23 cm (HxBxT), 1983
Privatbesitz
(c) VG-Bildkunst

war einer meiner ersten größeren Skulpturen. Der alte Balken stammte aus einem Wasserschloss  hier im Münsterland. Ich habe ihn durchtrennt und die jeweils fehlenden Teile durch aus Vierkantstahl geschweißte „Modelle“wieder ergänzt. Die Form wurde klarer — aber was ging verloren ?
Alle Maßabweichungen, die Risse, die Maserung , der Geruch….

Das war für mich genug „Stoff“ um nachzudenken….

„Wir bauen unsere Meta-Welt“

Wir bauen unsere Meta-Welt
Stahl, Eiche
30 x 150 x 80 cm (HxBxT), 1985
(c) VG-Bildkunst

„Eiche und die Liebe zur Geometrie“

Eiche und die Liebe zur Geometrie
Eiche, Stahl
50 x 38 x 38 cm (HxBxT), 1988
(c) VG-Bildkunst

„Stein und spielerische Ergänzung“

“ Stein und spielerischer Ergänzung“
Stein, Holz  , max. Höhe 25 cm , 1987
(c) VG-Bildkunst

Dies war meine erste Arbeit in Stein. Zunächst ging es mir nur darum , ein Stein maßhaltig  zu bearbeiten : also glatte Flächen, rechte Winkel . Das war eine handwerkliche Übung bei einem befreundeten Bildhauer in der Schweiz. Zuhause dann die gedankliche Auseinandersetzung  und die Anfertigung einer Nachbildung aus Holz.

Dies entspricht aber allem natursissenschaftlichen oder technischen Arbeit. Ein ein Ding oder Phänomen wird  aufgebriffen und mathematisch oder phsikalisch nachgebildet.

„Aufbau“

Aufbau
Stahl, Eiche
62 x 100 x 25 cm (HxBxT), 1989
(c) VG-Bildkunst

Hier greife ich die Form des Balkens mit dem roten Vierkantstahl auf und führe ihn in der Höhe fort.

„Rückkopplung“

Rückkopplung
Stahl, Eiche
73 x 28 x 28 cm (HxBxT), 1988
(c) VG-Bildkunst

Auch hier greife ich die Form des Klotzes mit dem  Vierkantstahl auf und führe sie in der Höhe fort.

„5 Versuche einen Quader zu beschreiben“

„5 Versuche einen Quader zu beschreiben“
Stahl , 18 x 32 x 16 cm (HxBxT) , 1988
(c) VG-Bildkunst

Ein Quader, das entspricht zum Beispiel der Form eines Schuhkartons. Diesen Quader habe ich nun durch eine unterschiedliche Beschreibung der jeweiligen Kanten versucht zu beschreiben. Es handelt sich jeweils das gleiche Volumen – aber scheinbar sind es doch ganz unterschiedliche optische Definitionen.

Da bleibt die Frage : Welche ist nun die richtige?

 

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