Denkmodelle

Diese „Denkmodelle“ sind, wie schon an anderer Stelle beschrieben, in den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit als Ingenieur entstanden. Es war auch die Zeit, in der man erste 3-dimensionale Gebilde auf dem Bildschirm darstellen konnte. Diese anfänglichen „Kantenmodelle“ wurden mit Linien dargestellt. Das ist inzwischen natürlich total veraltet, quasi technologische „Steinzeit“, aber selbst die heute in der Radiologie eingesetzte MRT-Aufnahmen erzeugen „Modelle“ (Abbildungen) eines menschlichen Körperteils. Das Problem bleibt also bestehen.

Bei meinen Skulpturen stellte ich mir immer wieder diese Frage: „Was wird durch Modelle deutlicher und welche andere Wirklichkeiten gehen verloren.“ Sie sind und bleiben immer Vereinfachungen.

Für mich war das „Stoff“ zum Denken .
Mehr dazu auch im  Kapitel Arbeitsschwerpunkte auf der Seite  „über mich“.

Ganz allgemein betrachtet, ist das Problem jedoch wesentlich älter: Schon Albert Einstein stellte 1921 fest : „..insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.“
(Vortrag „Geometrie und Erfahrung“, zitiert aus „Einstein für die Westentasche“, Piper)

„Wir denken alle in Modellen“

Wir denken alle in Modellen
Stahl, Eiche
142 x 47 x 23 cm (HxBxT), 1983
Privatbesitz
(c) VG-Bildkunst

war einer meiner ersten größeren Skulpturen. Der alte Balken stammte aus einem Wasserschloss  hier im Münsterland. Ich habe ihn durchtrennt und das jeweils fehlende Teil  durch ein aus Vierkantstahl geschweißtes „Modelle“ wieder ergänzt. Die Form wurde klarer — aber was ging verloren ?
Alle Maßabweichungen, die Risse, die Maserung , der Geruch….

Das war für mich genug „Stoff“ um nachzudenken….

„Wir bauen unsere Meta-Welt“

Wir bauen unsere Meta-Welt
Stahl, Eiche
30 x 150 x 80 cm (HxBxT), 1985
(c) VG-Bildkunst

„Eiche und die Liebe zur Geometrie“

Eiche und die Liebe zur Geometrie
Eiche, Stahl
50 x 38 x 38 cm (HxBxT), 1988
(c) VG-Bildkunst

„Darüber hinaus“

Darüber hinaus
Eiche, Stahl
25 x 32 x 16 cm (HxBxT), 1988
(c) VG-Bildkunst

„Stein und spielerische Ergänzung“

„Stein und spielerische Ergänzung“
Stein, Holz  , max. Höhe 25 cm , 1987
(c) VG-Bildkunst

Dies war meine erste Arbeit in Stein. Zunächst ging es mir nur darum , einen Stein maßhaltig  zu bearbeiten : also glatte Flächen, rechte Winkel. Das war eine handwerkliche Übung bei einem befreundeten Bildhauer in der Schweiz. Zuhause dann die gedankliche Auseinandersetzung  und die Anfertigung einer Nachbildung aus Holz.

Dies entspricht aber allem natursissenschaftlichen oder technischen Arbeit. Ein ein Ding oder Phänomen wird  aufgegriffen und mathematisch oder physikalisch nachgebildet.

„Denkmodell Würfel“

Denkmodell Würfel
Stahl, Kordel
170 x 170 x 170 cm (HxBxT), 1988
(c) VG-Bildkunst

Dieses Eisenmodell ist nicht verschweißt , sondern behält durch die Bindung mit der Kordel eine gewisse Instabilität, so dass es bei einer zu großen Belastung auch in sich zusammenfallen kann.

Das Foto stammt aus der Ausstellung „von Marl aus“ im Museum Glaskasten in Marl , 1988

„Aufbau“

Aufbau
Stahl, Eiche
62 x 100 x 25 cm (HxBxT), 1989
(c) VG-Bildkunst

Hier greife ich die Form des Balkens mit dem roten Vierkantstahl auf und führe sie in der Höhe fort.

„Rückkopplung“

Rückkopplung
Stahl, Eiche
73 x 28 x 28 cm (HxBxT), 1988
(c) VG-Bildkunst

Auch hier greife ich die Form des Klotzes mit dem  Vierkantstahl auf und führe sie in der Höhe fort.

„5 Versuche einen Quader zu beschreiben“

„5 Versuche einen Quader zu beschreiben“
Stahl , 18 x 32 x 16 cm (HxBxT) , 1988
(c) VG-Bildkunst

Ein Quader, das entspricht zum Beispiel der Form eines Schuhkartons. Diesen Quader habe ich nun versucht, durch eine unterschiedliche Hervorhebung der jeweiligen Kanten zu beschreiben. Es handelt sich dabei immer um das gleiche Volumen – aber scheinbar sind es doch ganz unterschiedliche optische Definitionen.

Da bleibt die Frage : Welche ist nun die richtige?